AllgemeinWas verbindet Suiten, Urkontinente und Regengüsse: Blasmusik

Was verbindet Suiten, Urkontinente und Regengüsse: Blasmusik

Musikverein Baienfurt begeistert beim Weihnachtskonzert

Selbst bei über 600 Konzertbesuchenden hört man das gemeinsame Atemholen vor dem ersten Ton in der gespannten Stille der Gemeindehalle Baienfurt. Es ist der 23. Dezember und alle Augen sind auf den Taktstock von Veronika Gauß gerichtet, als das Jugendorchester das diesjährige Weihnachtskonzert des Musikverein Baienfurt mit dem Medley „Christmas Portrait“ eröffnet. Die mehr als 50 jungen Musizierenden führen das Publikum auf musikalische Reise bis ins Zirkuszelt mit „Erinnerung an Zirkus Renz“ und einem beeindruckenden Xylophon-Solo. Nach „Cloud(iu)s…Der Wolkenmann“ von Thiemo Krass wird das Jugendorchester mit überschwänglichem Applaus verabschiedet.

Das Blasorchester Baienfurt begrüßt die Zuhörenden daraufhin mit der furiosen „Appalachian Overture“ von James Barnes und nimmt sie mit auf eine Reise in den Osten der USA – zum Gebirgszug der Appalachen. Mit Alfred Reeds „A little Concert Suite“ zeigt Dirigent Sebastian Bernauer gleich im Anschluss, wie facettenreich sinfonische Blasmusik sein kann. Vier von Grund auf verschiedene Sätze geben der Suite mal einen herrschaftlichen, melancholischen, mal einen scherzhaften oder feierlichen Charakter. Mit dem klanggewaltigen „At the Break of Gondwana“ nehmen die mehr als 80 Musizierenden das Publikum mit auf eine Zeitreise. Vor 45 Millionen Jahren brach der Superkontinent Gondwana auseinander – in die heutigen Kontinente Südamerika, Afrika, Antarktis und Australien. Als letzte Verbindung brach dabei die Landbrücke zwischen Australien und der Antarktis ab. Der Komponist Benjamin Yeo hatte genau diese Abbruchkante an der felsigen Küstenlinie Westaustraliens vor Augen, als er dieses dramatische Werk vertonte. Es endet monumental instrumentiert und emotional ergreifend, um uns an die Großartigkeit der Schöpfung zu erinnern.

Franco Cesarinis „Festival Fanfare“ ruft das Publikum zurück aus der Pause. Das folgende Stück beginnt mit einem gesungenen La illuvia – der Regen. Denn in „Cloudburst“ wird das Publikum Zeuge eines grandiosen Wolkenbruchs in der Wüste. Und ist in diesem zeitgenössischen Werk von Eric Whitacre sogar Teil der Komposition als fingerschnippender Regenguss. Samuel R. Hazos „Arabesque“ basiert auf den mystischen Klängen des Vorderen Orients. Aus kunstvoll verschlungenen Querflöten-Soli und feurigen, traditionellen Tanz-Rhythmen kreiert das Blasorchester einen musikalischen Höhepunkt. Verbunden mit dem Wunsch, dass die Menschen im Nahen Osten bald wieder freudige Anlässe finden, um gemeinsam zu diesen Melodien zu tanzen. Mit „Funk Attack“ von Otto M. Schwarz reißen die Musiker:innen das Publikum noch einmal mit funkigen Rhythmen von den Plätzen. Nach frenetischem Applaus verabschiedet 1. Vorsitzender Richard Birnbaum die Zuhörenden mit guten Wünschen für das neue Jahr. Den Abschluss machen der Konzertmarsch „Semper Fidelis“ sowie „We wish you a merry Christmas“ und „Stille Nacht“ – es ist ja schließlich fast Weihnachten.

Fotos: Anja Lenkeit, MV Baienfurt

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